«Gott neu denken» – William Paul Young zu Gast bei credivo
Ben Jakob: Paul, wer bist Du?
William Paul Young: Ich bin ein in Kanada geborenes Kind eines sehr verletzten Mannes und einer unglaublich klugen Frau. Ich bin als Missionarskind in Neuguinea aufgewachsen. Ein Teil dessen, was mich heute ausmacht, ist, dass ich den sexuellen Missbrauch als Jugendlicher im Internat verarbeiten musste. Ich weiss, wie es ist, in der Gnade jedes einzelnen Moments zu bleiben. Ich liebe den Jesus der Bergpredigt und folge ihm nach.
Ben: Auf der credivo Webseite hatten wir einen Satz von Dir zitiert: «Gott ist nicht, was du denkst. Er ist besser.» Warum ist er besser?
Paul: Normalerweise projizieren wir unsere eigenen Verletzungen auf Gott. Ich habe lange Zeit meinen Vater auf das Gesicht von Gott projiziert. Ich glaube, wir werden nie wirklich verstehen, wie gut Gott ist – dass Gott immer grösser, weiter, höher und tiefer ist.
Ben: Du hast gesagt, die Hütte sei eine Metapher für den Ort, an dem wir unseren verborgenen Schmerz, unsere Traumata oder Geheimnisse aufbewahren. Warum begegnet uns Gott gerade dort?
Paul: Weil wir dort leben. Warum sollte Gott nicht dorthin gehen? „Die Hütte“ war die Metapher für mein inneres Haus, das einfach eine Ruine war. Ich wollte niemanden hineinlassen, weil ich Angst hatte, sie würden sich genauso davor ekeln wie ich – und wie ich glaubte, dass Gott es tut...
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